Staatspark Fürstenlager

Der Burgenweg führt aus Auerbach heraus direkt durch das Fürstenlager.
Um 1790 wurde das Fürstenlager durch die Landgrafen und Großherzöge von Hessen-Darmstadt in Auerbach, einem Stadtteil von Bensheim, als Sommerresidenz errichtet. Noch heute flüchten Darmstädter gerne vor der Sommerhitze aus der Stadt. Zum Beispiel auf dem MTB...und dann lohnt sich ein Abstecher in den 42 Hektar großen Park, der das Fürstenlager umgibt. Über 50 exotische Bäume und Sträucher gibt es hier zu sehen. Am beeindruckendsten ist der 53m hohe Mammutbaum, der mit einem Alter von 150 Jahren zu den ältesten in Deutschland zählt.
| |



Ein früher "Swimming-Pool" für die Herrschaften
In Darmstadt gab es früher einen "Amtsphysikus", der Johann David hieß und 1730 eine kleine, eisenhaltige Quelle im Tal der Roßbach untersuchte. Bei weiteren Grabungen 1739 stellte man fest, dass es sich um drei beeinander liegende Quellen handelte und man richtete sie für den Badebetrieb her. Doch schon im Jahr darauf verschlammte die Quelle und wurde 1766 erneut erschlossen. Im Folgejahr wurde eine Brunnenfassung gebaut, die bis heute besteht.
Es ist überliefert, dass der Erbprinz Ludwig im Jahr 1738 erkrankte. Um sich zu erhohlen besuchte er mit seiner Frau Luise zum ersten Mal das Fürstenlager. Es hat den beiden so gut gefallen, dass sie nachdem er längst wieder gesund war, jeden Sommer an der Bergstrasse im Fürstenlager verbrachten.
SMS aus dem 18. Jahrhundert
Doch natürlich muss man auch angemessen nächtigen, in so einer Sommerresidenz. 1768 wurden daher zwei Wohnpavillions gebaut und Alleen angelegt. Zwischen 1790 und 1795 enstanden alle weiteren Gebäude, die heute noch zu sehen sind, bis auf den Fremdenbau.
Durch verschiedene Heiraten waren die Darmstädter Adelsfamilien eng mit dem russischen Zarenhaus verbunden. Auch die Romanows und andere russische Fürsten verbrachten viel Zeit im Fürstenlager. Um die gute Ordnung zu wahren, gab es für die jungen Besucher ein "Mädchen- und ein Knabenhaus". Dort fand man bei Renovierungsarbeiten kleine Kritzeleien an den Wänden, mit Botschaften an die jeweils anderen. Also quasi einen Vorgänger der modernen SMS...
1830 war die Zeit des Fürstenlagers bedingt durch den Tod des Herzogenpaares vorbei. Zudem sank der Mineralgehalt der Quelle und der Kurbetrieb musste eingeschränkt werden.
Und heute...
Das Fürstenlager ging 1918 in den Besitz des damaligen "Volkstaates Hessen" über und wurde zeitweise als Lazarett genutzt. Nach dem zweiten Weltkrieg wurden hier Flüchtlinge untergebracht. Kultur- und kunsthistorisch ist das Fürstenlager, da es in seiner Gesamtheit so gut erhalten ist, hoch interessant und von großem Wert. Die Anlagen und der Park werden nach alten Plänen und Pflanzlisten erhalten und gepflegt.
Das Fürstenlager wird heute gerne für feierliche Veranstaltungen und Hochzeiten genutzt. Es gibt einen sehr schönen, gehobenen Gastronomiebetrieb mit Restaurant und in einem kleineren Nebengebäude eine Art Kiosk mit Kaffee und Kuchen für Besucher. Der Erdbeerkuchen ist übrigens eine Wucht. Wer dann noch nicht genug gegessen hat, kann weiterfahren und sich mit deftigen Odenwälder Spezialitäten am Kirchberghäuschen stärken. 

Weiter: Kirchberg
Zurück: Schloss Auerbach
Zur Übersicht:
Burgenweg 2: Jugenheim - Bensheim 
|