Die Burg Frankenstein

Nur wenige Kilometer südlich von Darmstadt gelegen, ist die Burg Frankenstein die südlichste einer Reihe von Ritterburgen und Ruinen entlang der Bergstraße. Biker werden für die anstrengende Auffahrt auf die 383 m.ü.n. gelegene Burganlage mit einer grandiosen Aussicht belohnt: Von der Rheinebene, auf den Pfälzerwald und Donnersberg bis zum Feldberg im Taunus reicht an schönen Tagen die Sicht.
Der obere Parkplatz direkt vor der Burganalge ist ein beliebter Startpunkt für Downhill-Biker, die auf eigens dafür angelegten Trails den Hang hinunter heizen.
Auch die Gastronomie zieht an sonnigen Tagen viele Besucher an, denn auf der Terrasse des Restaurants kann man die Aussicht bei Kaffee und Kuchen genießen und ein Standesamt lädt zum heiraten ein. | |
 Die Geschichte der Burg Frankenstein

Die im Jahr 1252 erstmals urkundlich erwähnte Burg Frankenstein wurde durch Konrad II. Reiz von Breuberg erbaut, der den erforderlichen Baugrund durch die Heirat mit Elisabeth von Weiterstadt bekam.
Im vierzehnten Jahrhundert erklärte sich Friedrich von Frankenstein zum Burgmann der Grafen Wilhelm und Diether von Katzenelnbogen. Als dann später die Landgrafen von Hessen als Nachfahren der Fürsten von Katzenelnbogen ihr Erbe antraten, kam es zu Differenzen und Ludwig IV. von Frankenstein erklärte, dass die Burg auf keinen Fall in den Besitz des Hauses Hessen kommen dürfe. Seine Erben ignorierten allerdings seinen Wunsch und so gelangte die Burg 1662 in den Besitz der Fürsten. Die Landgrafen von Hessen als Erben der Katzenelnbogener beanspruchten die Oberhoheit über die kleine Herrschaft Frankenstein.  Mythen und Sagen rund um die Burg Frankenstein

Hexenkult
Nicht nur wagemutige Freerider treffen sich Wochenends um auf ihren schnellen Fegern die Hänge hinabzugleiten. Auch bei Hexen soll der nahe gelegene Ilbers Berg (Magnetberg) ein beliebter Treffpunkt sein. Neben dem Brocken im Harz ist dies der zweitgrößte Hexenkultplatz Deutschlands.
Magischer Jungbrunnen innerhalb der Burg
Mal ehrlich: Wir scheuen doch kaum Mühen wenn es darum geht, jung und fit zu bleiben. Das ging den Damen früher Zeiten nicht anders. Doch anstatt Salben und Wundermittel aus der Werbung zu testen und sich im Fitness-Studio anzumelden, nutzten die Damen einen besoneren Trick. In der ersten Vollmondnacht nach Walpurgis drängten sich die alten Dorffrauen um den Jungbrunnen innerhalb der Burg. Hier mussten sie Mutproben bestehen und wer diese am besten meisterte, wurde wieder jung wie in der Hochzeitsnacht.
Sage vom Ritter Georg der einen gefährlichen Drachen erlegte
Laut einer Geschichte der Gebrüder Grimm soll in dem Steinbruch unterhalb der Burg Ritter Georg von Frankenstein einen gefährlichen Lindwurm besiegt haben. In der Nähe des Steinbruchs erinnert auch heute noch ein steinerner Lindwurm an diese Sage.
Die Frankenstein-Monster-Connection:
Mythos oder Wirklichkeit?
Die 1252 erstmals erwähnte Burg Frankenstein sorgt nicht zu unrecht für einen gewissen Gruselfaktor, nicht nur bei den amerikanisch-spektakulären Helloween Parties. Denn Berühmtheit erlangte sie, wie man auf der Homepage der Burg-Frankenstein nachlesen kann, als Namensgeber für Mary Shelleys Roman „Frankenstein oder der moderne Prometheus“.
Schlossgespenster hausen im Gemäuer,
doch wie kommt das Frankensteinmonster in Mary Shelleys Kopf?
Die Haunauer Brüder Jacob und Wilhelm Grimm reisten als Sprachwissenschaftler und Märchensammler durch die Welt. Ihre Reisen führten sie auch ins Beerbacher Tal am Fuße der Burg Frankenstein. Dort kam ihnen eine schaurige Geschichte zu Ohren, die sich um den Theologen, Alchimisten und Arzt Johannes Konrad Dippel von Frankenstein rankt.
Als Alchimist hatter er das nötige Wissen, um durch „geheime Künste“ aus Leichenteilen und dem Blut von Jungfrauen einen "neuen Menschen" zu erschaffen. Es gelang ihm, doch erschuf er ein Monster, das an einem nebligen Novembernachmittag seine verschlagenen gelben Augen öffnete und seinen Erschaffer niederschlug. Das Monster floh in die Wälder wo es sich noch heute versteckt, um unvorsichtige Kinder, Fahrradfahrer oder (vorzugsweise) Jungfrauen zu fangen und sie irgendwann auf Nimmerwiedersehen verschwinden zu lassen.
Jacob Grimm schrieb im Jahr 1813 in einen Brief über dieses Schauergeschichte an die Übersetzerin der Märchen ins Englische, an Mary Jane Clairmont, die Stiefmutter der späteren Mary Shelley. 1814, ein Jahr später, reiste sie zusammen mit ihrer Stiefschwester Claire und ihrem späteren Ehemann Percy Bysshe Shelley auf dem Rhein und besuchte auch die Gegend um die Burg Frankenstein. Zwei Jahre später schrieb sie, inspiriert durch die Odenwälder Geschichte um die Burg Frankenstein, den ersten Fantasy-Roman der englischen Literatur: "Frankenstein, der neue Prometheus", der 1818 erstmals anonym veröffentlicht wurde.
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